Werner, deine Skepsis gegenüber Smart-Home-Versprechen teile ich teilweise, aber ich würde die Automatisierung nicht so pauschal abtun.
Ich habe meine Daikin per MQTT in Home Assistant eingebunden und messe den Verbrauch separat per Shelly EM. Die belegungsbasierte Steuerung – Präsenzsensor im Zimmer schaltet den Modus – hat bei mir über Juni hinweg zu einer messbaren Laufzeitreduktion geführt. Ich rede von ca. 14% weniger Betriebsstunden im Vergleich zu einem manuellen Betrieb im Mai. Das ist jetzt kein Laberbeweis, aber immerhin ein echter Vergleich über mehrere Wochen.
Zum SEER: Die nativen Inverter-Steuerungen der Hersteller-Apps sind meiner Meinung nach effizienter als manche MQTT-Implementierungen, weil sie direkter in die Modulation eingreifen können. Wenn man über eine externe Steuerung den Sollwert ändert, reagiert der Kompressor manchmal langsamer als nötig. Das kostet Effizienz. Finde ich wichtig zu wissen, bevor man alle Steuerung auslagert.
Kurze Antwort vorab: Ja, die Abweichung existiert, und nein, sie ist nicht so dramatisch wie manche behaupten – wenn die Anlage ordentlich installiert ist.
Ich habe bei mir eine Shelly-Steckdose (für das Innengerät) plus einen Tasmota-Zwischenzähler am Außengerät laufen und erfasse die Daten per InfluxDB. Seit März dieses Jahres läuft das durch. Ergebnis bisher: Im Teillastbetrieb, also wenn der Inverter wirklich moduliert und nicht permanent auf Anschlag läuft, komme ich SEER-mäßig relativ nah ans Datenblatt – vielleicht 85–90%. Bei sehr heißen Tagen wie jetzt im Juli, wo das Außengerät fast immer Vollleistung fährt, bricht das deutlich ein.
Zum Thema Kühlastrechner hatte ich das hier schon mal angesprochen – Auslegung und tatsächliche Last passen im Sommer oft nicht zusammen, das verfälscht natürlich auch die Effizienzwerte.
Die Smart-Home-Automatisierung spart bei mir messbar etwas, aber keine Wunder: ca. 8–12% weniger Laufzeit durch belegungsbasierte Abschaltung. Realistisch, kein Marketing.