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MQTT + dynamischer Stromtarif: Klimaanlage automatisch steuern?

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WernerKastner
Beiträge: 27
Themenstarter
(@wernerkastner)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#58]

Hallo zusammen,

wir haben seit diesem Frühjahr einen dynamischen Stromtarif (Tibber) und ich grübel schon eine Weile, ob sich das mit unserer Split-Klimaanlage clever kombinieren lässt. Konkret: Die Preise schwanken ja stündlich teils erheblich – gerade im Sommer manchmal über 40 Cent/kWh, aber zwischendurch auch unter 10 Cent wenn viel Solar im Netz ist.

Meine Idee wäre eine Automatisierung, die per MQTT die aktuellen Tibber-Preise abfragt und dann entscheidet: Ist der Strom gerade günstig, kühlt die Anlage aktiv runter auf z.B. 22 Grad und 'lädt' den Raum quasi thermisch vor. Ist der Preis hoch, schaltet sie auf Minimalleistung oder ganz aus und lässt den Raum langsam auf 25–26 Grad steigen.

Das Gerät ist eine Mitsubishi Electric MSZ-AP – die hat eine IR-Steuerung, ich hab aber noch keine Lösung gefunden wie ich die sauber per MQTT einbinde ohne eine Cloud-Bridge. Hat jemand sowas schon laufen? Ich bastle gerade an Home Assistant, hab aber ehrlich gesagt noch nicht viel Erfahrung mit MQTT direkt. Node-RED wäre auch eine Option die mir jemand empfohlen hat.

Fragen die mich beschäftigen:
– Wie bekomme ich die MSZ-AP zuverlässig unter MQTT-Kontrolle?
– Wie baut man die Preislogik vernünftig ab? Schwellenwerte oder eher rolling average?
– Hat das jemand im Dauerbetrieb laufen und wie ist die Erfahrung?

Freue mich über jeden Hinweis, auch Teilantworten!

Werner


4 Antworten
Markus_J82
Beiträge: 39
(@markus_j82)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich nutz Tibber auch, aber ich hab das bisher nur manuell im Blick – die Automatisierung mit der Klimaanlage hab ich noch nicht angegangen. Aber prinzipiell: Node-RED ist für genau solche preisgekoppelten Automatsierungen eigentlich ideal, weil man die Logik visuell aufbaut und schnell anpassen kann ohne viel Code.

Für die Mitsubishi-Anbindung ohne Cloud: Schau dir mal das ESPHome-Projekt 'mitsubishi_heatpump' an. Das läuft auf einem ESP8266 der direkt an den CN105-Stecker im Innengerät angeschlossen wird – kein IR, sondern native serielle Kommunikation. Viel zuverlässiger als IR-Lösungen weil du echtes Feedback bekommst (Ist-Temperatur, tatsächlicher Betriebsmodus usw.). Das Gerät meldet sich dann sauber per MQTT.

Den CN105 hat die MSZ-AP-Serie soweit ich weiß verbaut, aber ich würd das vorher im Service-Manual gegenchecken bevor du irgendwas aufmachst.


Antwort
Gerhard_1954
Beiträge: 30
(@gerhard_1954)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Mit MQTT und solchen Automatisierungen kenne ich mich ehrlich gesagt nicht aus, das ist mir zu viel Bastelei. Aber ich find die Grundidee interessant – dass man die günstigen Stunden nutzt hat ja was.


Antwort
KlimaPlaner55
Beiträge: 45
(@klimaplaner55)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Interessantes Thema, Werner. Ich hab mich im Frühjahr intensiv mit Kühlleistungsberechnungen beschäftigt (u.a. hier im Forum) und dabei auch gemerkt, dass thermisches Vorkühlen bei gut gedämmten Räumen tatsächlich funktioniert – die Frage ist nur wie groß der Puffer realistisch ist.

Zur technischen Seite: Für die MSZ-AP gibt es das IR-basierte Projekt 'SenseAir' bzw. den 'IRremoteESP8266'-Stack auf einem ESP32, der sich per MQTT in Home Assistant einbindet. Ist etwas gebastelt, funktioniert aber im Dauerbetrieb bei mir seit Monaten stabil. Den Tibber-Connector gibt es als fertige HACS-Integration, der wirft die Preise direkt als Sensor in HA.

Die Logik mit Schwellenwerten würde ich einfach anfangen: unter 15 Cent → aktiv kühlen, über 30 Cent → nur Umluft oder aus. Ein rollender Durchschnitt klingt eleganter, ist aber in der Praxis nerviger zu debuggen wenn was nicht stimmt. Erstmal einfach halten, dann verfeinern.

Ein Hinweis noch: Prüf ob dein Raum die thermische Masse überhaupt hat um das zu puffern. In schlecht gedämmten Altbauten verpufft das Vorkühlen in 30–40 Minuten.


Antwort
Markus-Breitner72
Beiträge: 37
(@markus-breitner72)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich seh das etwas skeptischer als die Kollegen hier. Hab mich im Sommer viel mit dem Thema Nachtbetrieb vs. Tagbetrieb beschäftigt (dazu auch was geschrieben hier) und die Grundfrage ist ja: Wie viel thermische Masse hat dein Raum wirklich?

Die Idee mit dem 'Vorkühlen' klingt gut, aber in der Praxis hängt das stark von Dämmung, Fensterfläche und ob die Sonne reinknallt ab. Im Juli mit Südfront kannst du in einer Stunde locker 3–4 Grad gewinnen wenn die Jalousien nicht geschlossen sind. Dann war das günstige Vorkühlen für die Katz.

Die Automatisierung an sich ist technisch machbar wie die anderen schreiben, ich würde aber empfehlen erstmal n paar Wochen die Temperaturdaten zu loggen bevor du die Steuerung daran hängst. Sonst baut man Logik auf Annahmen die im echten Betrieb nicht stimmen. Und bitte unbedingt einen manuellen Override einbauen – gerade im Urlaub will man nicht dass die Anlage nachts runterkühlt weil der Strom günstig ist aber keiner zuhause schläft.


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