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Dynamischen Stromtarif mit Inverter-Klimasteuerung koppeln – wie angehen?

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InverterKing_42
Beiträge: 40
Themenstarter
(@inverterking_42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#72]

Moin zusammen,

ich grübel gerade über eine Idee, die mir schon länger im Kopf rumgeht: Ich hab bei mir zwei Split-Systeme laufen (beide mit R32, ein älteres mit R410A hab ich schon ersetzt), und seit kurzem hab ich einen dynamischen Stromtarif, bei dem die Preise stündlich schwanken. Im Juli ist das ja besonders interessant, weil die Klimaanlagen eh auf Hochtouren laufen und der Verbrauch entsprechend reinknallt.

Meine Idee wäre, die Anlagen so zu steuern, dass sie in günstigen Stunden – also zum Beispiel nachts oder früh morgens – den Raum stärker herunterkühlen (auf vielleicht 22–23°C), damit ich tagsüber wenn der Strom teuer ist, die Anlage entweder gar nicht oder nur minimal laufen lassen muss. Die thermische Masse des Raums soll quasi als Puffer dienen.

Das klingt in der Theorie schön, aber ich frag mich:
- Lohnt das bei gut gedämmten Räumen wirklich, oder verpufft der Effekt nach 1–2 Stunden?
- Wie groß ist der Unterschied beim COP, wenn der Inverter-Verdichter morgens bei 18°C Außentemperatur läuft vs. mittags bei 35°C?
- Hat jemand das schon automatisiert und wenn ja, wie? Mit welcher Plattform?

Die Lärmbelastung durch Nachtbetrieb ist bei mir übrigens kein Thema, meine Außengeräte liegen laut Messung unter 40 dB(A). Würde mich freuen wenn jemand praktische Erfahrungen hat, nicht nur Theorie.


3 Antworten
Markus-Dreher
Beiträge: 32
(@markus-dreher)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Grundsätzlich gute Idee, aber ich wäre da etwas vorsichtiger mit den Erwartungen. Ich hab mich zuletzt viel mit Kommunikationsproblemen zwischen Steuereinheit und Außengerät beschäftigt (Daikin wirft manchmal komische Fehlercodes wenn die Solltemperatur zu schnell und zu oft verändert wird), und ich vermute dass häufige Sollwertsprünge die Betriebslogik des Inverters stressen können. Nicht unbedingt schädlich, aber das Gerät verhält sich dann manchmal unvorhersehbar.

Was ich empfehlen würde: Änderungen der Zieltemperatur in der Automation nicht sprunghaft, sondern in kleinen Schritten durchführen. Also nicht von 26°C direkt auf 22°C springen, sondern über 30–45 Minuten abrampen. Das hab ich bei meiner Daikin-Steuerung per MQTT getestet und da war das Verhalten deutlich stabiler.

Zum COP-Vorteil früh morgens stimm ich Felix zu – das ist physikalisch eindeutig. Kleiner Hinweis noch: In meinem Thread zu Kältemitteltausch R410A → R32 hab ich am Rande auch festgestellt dass das System mit R32 bei hohen Außentemperaturen effizienter wegkommt – passt also zu deiner R32-Strategie.


Antwort
Felix-Brandt
Beiträge: 57
(@felix-brandt)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hab genau das bei mir umgesetzt, allerdings noch ohne dynamischen Tarif – bisher nur mit festen Zeitfenstern. Die Logik läuft über Home Assistant mit MQTT gegen die Daikin-Integration. Du kannst dir einen Automation-Blueprint bauen, der auf den aktuellen Strompreis reagiert (z.B. über die Tibber-Integration oder awattar API) und dann die Zieltemperatur der Klimaanlage entsprechend anpasst.

Zur COP-Frage: Der Unterschied ist tatsächlich erheblich. Morgens bei 18°C Außentemperatur läuft mein System mit deutlich besserem Wirkungsgrad als mittags bei 35°C – ich schätz mal grob Faktor 1,5 bis 2 beim COP, müsste ich aber nochmal in meinen Logs nachschauen. Ich logge den Verbrauch per Shelly und rechne das in HA zusammen.

Zur thermischen Masse: Kommt sehr stark auf den Raum an. Bei mir (Altbau, Holzbalkendecke, relativ wenig Betonmasse) hält das Vorkühlen auf 22°C vielleicht 2–3 Stunden bevor man ohne Anlage deutlich merkt dass es wärmer wird. In einem Neubau mit Betondecken dürfte das länger halten. Hast du irgendwo geschrieben wie dein Haus aufgebaut ist?


Antwort
Markus B.
Beiträge: 29
(@kuehlerkopf21)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich versteh das Konzept noch nicht ganz ehrlich gesagt – wenn ich die Anlage nachts auf 22°C runterkühle, schläft man dann nicht zu kalt? Oder geht es nur um tagsüber-Vorrat kühlen für leere Räume?


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