Gute Frage, Markus – das ist ein Punkt, den ich bei den ganzen Hochglanzprospekten auch immer wieder kritisch beobachte. Der Inverter-Vorteil liegt tatsächlich primär im Teillastbetrieb, das ist kein Zufall, sondern systembedingt: Der SEER wird ja nach der europäischen Norm EN 14825 berechnet, und die Prüfbedingungen gewichten Teillast deutlich stärker als Volllast. Bei 35°C+ Außentemperatur, wenn das Gerät wirklich an seine Kapazitätsgrenze kommt, schmilzt der Vorteil gegenüber einem gut dimensionierten On/Off-Gerät tatsächlich zusammen.
Ich verfolge die Entwicklungen bei den neueren Modellen genau – Mitsubishi, Daikin und Panasonic haben in den letzten zwei Jahren die Inverter-Regelung bei Hochlast nochmal verbessert, aber bei Spitzentemperaturen bleibt es ein physikalisches Problem: Wenn der Kompressor sowieso fast maximal läuft, bringt die Modulation kaum noch Einsparung. Interessant wäre zu wissen, ob dein Gerät überhaupt ausreichend dimensioniert ist für die 36°C-Tage – ein unterdimensioniertes Gerät verliert auf beiden Technologien überproportional an Effizienz.
Für R32-Geräte neuerer Bauart gilt übrigens, dass die Effizienz bei hohen Außentemperaturen etwas stabiler bleibt als bei R410A – falls du da noch nicht geschaut hast.
Markus, ich frage mich schon länger dasselbe – und bin bei meinen eigenen Messungen zu einem ähnlich ernüchternden Zwischenfazit gekommen. Ich hab das hier für den Heizbetrieb schon mal durchgespielt, aber im Kühlbetrieb ist die Messung nochmal komplizierter, weil die Kühlleistung selbst kaum sauber messbar ist ohne Aufwand.
Mein Eindruck nach eigenen Messungen (Shelly EM am Hauptverteiler, nicht nur Zwischenstecker): Bei moderaten Temperaturen – bis ca. 32°C draußen – ist der Inverter tatsächlich deutlich sparsamer. Ich würde sagen 25–35% weniger Verbrauch als ein vergleichbares On/Off-Gerät. Bei 36°C+ schrumpft das auf vielleicht noch 10–15%, weil der Modulation schlicht nichts mehr übrig bleibt.
Das ist aber immer noch ein realer Vorteil – nur halt kein Wundermittel. Was mich stört ist, dass Hersteller den SEER als universale Vergleichszahl verkaufen, ohne auf die Abhängigkeit von den Betriebsbedingungen hinzuweisen. Das ist nicht falsch, aber halt selektiv.
Oh interessant, ich hab in meinem anderen Thread über SEER im Teillastbetrieb ähnliche Fragen gehabt und da wurde mir auch erklärt, dass der SEER eben kein Fixwert ist sondern stark von den realen Bedingungen abhängt. Das hab ich am Anfang wirklich nicht verstanden.
Was ich inzwischen gelernt hab: Gerade bei den richtig heißen Tagen sollte man das Gerät eher schon morgens früh mit Vorkühlen arbeiten lassen, wenn die Außentemperatur noch niedriger ist. Da arbeitet der Inverter dann im optimalen Bereich. Klingt logisch, aber ich hab erstmal nicht dran gedacht ehrlich gesagt. Hat das schonmal jemand konkret durchgerechnet, wieviel das ausmacht?
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