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MQTT + Home Assistant: COP der Klimaanlage live berechnen und loggen?

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Gerhard_1954
Beiträge: 30
Themenstarter
(@gerhard_1954)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#56]

Hallo zusammen,

ich bin jetzt seit ein paar Wochen dabei, meine Mitsubishi Heavy Split-Anlage (Wohnzimmer, ca. 30m²) etwas "smarter" zu machen. Ich habe Home Assistant auf einem kleinen Raspberry laufen und auch schon MQTT grundsätzlich eingerichtet. Die Klimaanlage selbst habe ich über einen CN105-Adapter angebunden, damit bekomme ich zumindest Solltemperatur, Betriebsmodus und Ein/Aus-Status über MQTT.

Jetzt würde mich aber interessieren, ob jemand von euch schon weiter gegangen ist und den COP – also das Verhältnis von Kühlleistung zu aufgenommener Leistung – in Echtzeit berechnet und vielleicht auch über die Zeit geloggt hat. Mir geht es konkret darum zu verstehen, wann die Anlage wirklich effizient läuft und wann nicht.

Was ich bisher nicht gelöst habe:
1. Wie messe ich die tatsächliche aufgenommene elektrische Leistung zuverlässig und bringe die in Home Assistant rein?
2. Wie komme ich an einen einigermaßen realistischen Wert für die tatsächliche Kühlleistung? Kann ich die irgendwie aus Temperatursensoren ableiten, oder brauche ich dafür zwingend Messdaten direkt aus der Anlage?
3. Gibt es vielleicht schon fertige Templates oder Automationen in HA für sowas?

Ich bin kein Profi, habe aber Zeit (bin in Rente) und lerne gerne dazu. Würde mich freuen wenn jemand seine Erfahrungen teilt. Danke!


3 Antworten
Markus_1989
Beiträge: 16
(@markus_1989)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

FrankBerger hat recht dass die Genauigkeit begrenzt ist, aber fürs heimische Monitoring reicht das völlig. Ich hab bei mir einen ESP32 mit ESPHome laufen der den Shelly-Messwert und die CN105-Daten zusammenführt. Den COP bilde ich als Template-Sensor in HA ab, Langzeit-Logging läuft über InfluxDB. Für den Einstieg würd ich sagen: fang mit der Strommessung an, der Rest kommt dann Schritt für Schritt.


Antwort
FrankBerger
Beiträge: 28
(@frankberger)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich seh das ehrlich gesagt etwas skeptischer als KuehlerKopf21. Der COP "in Echtzeit" klingt besser als er ist, weil du immer mit erheblicher Messungenauigkeit arbeitest. Selbst wenn du die elektrische Leistung sauber misst – die tatsächliche Kühlleistung aus Temperatursensoren abzuleiten ist bestenfalls eine grobe Näherung. Der Luftvolumenstrom variiert, Wärmebrücken und interne Wärmegewinne des Innengeräts spielen rein, und die Sensoren haben selbst Toleranzen von ±0,5°C oder mehr.

Was ich damit sagen will: Du kannst dir einen Kennwert berechnen lassen, der COP-ähnlich ist, aber du solltest das nicht mit dem echten thermodynamischen COP verwechseln. Für grobe Vergleiche (morgens vs. nachmittags, 26°C Ziel vs. 22°C Ziel) taugt es schon. Für eine valide Effizienzanalyse bräuchtest du eigentlich ein Kalorimeter oder Herstellerdaten für den jeweiligen Betriebspunkt.

Das sage ich nicht um dein Projekt zu bremsen – ich finde solche Basteleien gut. Aber lieber mit realistischen Erwartungen rangehen.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 29
(@kuehlerkopf21)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hab das bei mir ähnlich laufen, allerdings ohne CN105 – ich nutze bei meiner Daikin die offizielle API. Zum COP in Echtzeit: Das Grundprinzip ist eigentlich gar nicht so kompliziert, aber du brauchst auf jeden Fall eine separate Strommessung. Ich verwende dafür einen Shelly Pro 1PM direkt an der Leitung zum Außengerät. Der liefert die Wirkleistung per MQTT direkt in HA.

Die Kühlleistung ist der kniffligste Teil. Wenn du keinen direkten Zugriff auf die internen Leistungsdaten der Anlage hast, bleibt dir eigentlich nur die Kalorimetrie: Du misst Zuluft- und Ablufttemperatur am Innengerät und schätzt den Volumenstrom. Das ist aber ziemlich ungenau, weil der Ventilator seine Drehzahl ändert. Besser wäre es, wenn der CN105-Adapter dir den Ist-Betriebszustand bzw. die Inverterfrequenz rausgibt – dann kann man manchmal mit Kennlinien aus dem Datenblatt arbeiten.

In HA selbst berechne ich den COP dann einfach mit einem Template-Sensor:

cop_aktuell = kühlleistung_w / stromverbrauch_w

Und per InfluxDB + Grafana logge ich das stündlich. Gibt einem wirklich interessante Einblicke – bei mir ist der COP nachmittags bei praller Sonne deutlich schlechter als morgens.


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